Der Verein

Vereinsgeschichte

Drei Radsportvereine in Konkurrenz
Neben den Arbeitersport-Radfahrern traten in Lünen der zwanziger Jahre zwei weitere Radsport-Vereine in die Pedale.

1923 wurde der RC Wittler Wethmar gegründet. Von diesem Verein spalteten sich 1927 der RC Diamant ab.
Dazu gehörten die Lüner Radsportpioniere Aloys Tegelhoff, Hugo Meier, Otto und August Häseler sowie die Gebrüder Heinrich und Johann Büscher.
Erst nach dem Krieg wurde die Arbeit wieder vereint und geschlossen fortgeführt – unter dem neuen Namen RSV Lippe 1923

Radrennstrecke am Cappenberger See
Eine Radrennstrecke entstand am Cappenberger See. Später sollte dort der Fußballplatz gebaut werden. Dieser erste 400 Meter Rundkurs wurde allerdings nicht asphaltiert. Die Fahrbahn bestand schlicht aus Sand.

Nach dem Kriegsende des 2. Weltkrieges wurde mit vereinten Kräften unter der Flagge des „RSV Lippe 1923“ auf einem Gelände „In der Geist“ eine 200 Meter Aschebahn für 2.000 bis 3.000 Zuschauer gebaut.

Rund zehn Jahre lang wurde jedes Jahr ein umfangreiches Radsportprogramm abgewickelt – einschließlich Straßen- und Querfeldeinrennen.

Die Geister Rennbahn sah viele Radsportasse, neben dem Schweizer „Düsenjäger“ Jahn Roth fuhren auch Steher- und Sechs-Tage-Fahrer wie Heinz Vogel, Hans Zims und andere in Lünen

1952 bekam die einstige Aschebahn eine Asphaltdecke, 1960 wurd der der Rennbetrieb jedoch eingestellt und die Rennbahn wurde nur noch zu Trainingszwecken genutzt

Im Jahr 1962 sorgte die Aussicht für eine Renovierung der Bahn für Schlagzeilen in der lokalen Presse, da die Bahn in den letzten Jahren eher eine „Geisterbahn“ war. Nach viel Verzögerung beginnt im Frühjahr endlich der Umbau der Rennstrecke.

Zwei Jahre später war es endlich soweit: „Radrennbahn in der Geist öffnet am Samstag ihre Pforten“.
An diesem Tag erlebten 1.000 Zuschauer eine fantastische Premiere. Die Atmosphäre war geprägt von Rekordrunden, spannenden Sprints und harten Jagden.
Hoffnung kam auf für zugkräftige Rennen in Lünen. Aber die Hoffnung starb leider zu Letzt. 1966 wurden die letzten Amateurrennen ausgetragen, die Bahn verwilderte völlig und 1968 wurde die Anlage stillgelegt. Auch die Bahnen in Dortmund oder Bochum lagen brach. Der Bahnsport verlagerte sich mehr auf die Straße.

Mit den Straßenrennen ging es für den RSV Lünen wieder bergauf. Die Fahrer trafen sich zu gemeinsamen Trainingseinheiten, um eine optimale Vorbereitung für die Rennsaison zu erzielen.

1968 fand das 1. Lüner-City-Radrennen statt, das über Jahre bei Teilnehmern und Zuschauern großen Anklang fand. Leider wurden im Laufe der Zeit uns immer mehr Auflagen gemacht, dass wir aus diesen Gründen das Radrennen nicht mehr durchzuführen war.

In den Siebzigern startet erstmals die „Münsterland-Acht“ mit unterschiedlichen Längen.

Mit dem Radsport ging es stetig bergauf, dank der intensiven ehrenamtlichen Tätigkeiten von Betreuern und Trainern.

1971 fand erstmals das internationale Straßenrennen um den „Großen Hansa-Pils-Preis“ in Lünen-Süd statt, das später zum „Großen Preis der Actien-Brauerei“ umfunktioniert wurde.

1978 wurde eine Frauenabteilung eingerichtet. Von den zehn angemeldeten Frauen wollten mindestens drei aktiv an Straßenrennen teilnehmen.

Eine Fahrerin war Ursula Ginzel, die 1977 bei den deutschen Meisterschaften der Frauen einen zehnten Platz erreicht hatte.

Im September 1978 fand das erste Lüner Volksradfahren statt, organisiert von den örtlichen Zeitungen und dem RSV Lüner. Tausende Radler unterschiedlichen Alters wollten unbedingt auf der 25km Runde fahren. Dieser grandiose Erfolg schrie nach einer Wiederholung, aus Wiederholung wurde Tradition.

1985 starteten zwei Lüner Fahrer, Carsten Schwenke und Dirk Keil, bei einem Bahnrennen, der Winterbahnmeisterschaft in der Dortmunder Westfalenhalle. Carsten Schwenke errang drei Medaillen.

Von nun an konzentrierte sich der RSV Lünen vermehrt auf den Breitensport, insbesondere auf die Radtouristik, die einen Boom auslöste.

Das Jahr 1991 bescherte dem RSV gleich zwei „Leckerbissen“. Das Festival der Pedale lockte rund 20.000 Zuschauer nach Lünen.
Außerdem gelang es im Jahr des 650. Geburtstages der Stadt Lünen, die Schlussetappe der 7. NRW-Rundfahrt für Radamateure nach Lünen zu holen..

Bedingt durch diese Großereignisse erlebte „Lippe 23“ wieder einen Aufschwung. Die Mitgliederzahl stieg. Die Beteiligung an RTF-Veranstaltungen wuchs. So wurden RTF-Touren in Aurich, Bremerhaven oder Tannheim (Tirol) gefahren. Nicht zu vergessen sind die Besuche von Lünens Partnerstädten wie Zwolle (Niederlande), Salford (England). Tagesfahrten wir Koblenz-Trier Staufen (Breisgau) – Colmar (Frankreich). Oder zum Frühjahrstraining nach Mallorca.